Liebe Segelfreunde, ich bin Vorstandsmitglied in einem süddeutschen Segelverein und unser Club hat mit der Anschaffung eines Vereinsschiffs ein großes Problem bekommen. Ich versuche, mich kurz zu fassen: Wir haben eine Bavaria 44 von einem deutschen Charterfirmabesitzer , der noch dazu Clubmitglied ist, gekauft. Dieser ließ das Boot 8 Jahre lang bei einer kroatischen Firma betreuen und über diese verchartern. Er hat uns das Boot als Vereinsschiff letztes Jahr angeboten und wir haben das Boot ein Jahr lang gechartert , um zu testen, ob wir das auch packen können. Viele Törns sind in diesem Jahr gelaufen mit mehreren Skippern ohne Havarie. Im Herbst letzten Jahres ließen wir ein Gutachten erstellen von einem anerkannten Gutachter , der uns bestätigte, dass das Schiff in einem zufriedenstellenden Zustand sei. Daraufhin haben wir das Boot gekauft. Voreigner: "Mir sind keine Schäden bekannt" Vertrag: „Gekauft wie besichtigt und probegesegelt, unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung...usw.“ Der Kauf wurde abgewickelt. Wie sich danach (!) herausstellte, hatte der Mast Schäden, die einen Ersatz nötig machten. Wir versuchten, über Pantaenius den Mast als Versicherungsschaden geltend zu machen. Pantaenius schickte einen Sachverständigen, der nach der Inspektion des Schiffes seine völlige Seeuntauglichkeit feststellte, die zurück zu führen sei auf mehrere Grundberührungen während des Charterbetriebes in Kroatien ( Bruch von Spant in Höhe der Kielwurzel, Kielwurzel angebrochen, Mastfuss hatte keinen Halt mehr und sank unbemerkt immer tiefer, während das Rigg immer mehr angezogen wurde...) Diese Schäden seien völlig unfachmännisch repariert worden ( zugespachtelt und gestrichen ...) Pantaenius war damals Versicherer (!) und hat mit der kroatischen Firma abgerechnet und die Schäden bezahlt, diese aber nie inspiziert!! Das Schiff ist nun, laut Pantaenius, fast ein Totalschaden, da die Reparatur mehr als die Hälfte des Istwertes beträgt. Und nun kommt der Hammer: Der Voreigner, der uns das Schiff verkauft hat, behauptet, von den Schäden nichts gewusst zu haben weil er von der kroatischen Firma keine Mitteilung darüber bekommen haben will. Er habe also in Unwissenheit dessen, uns das Schiff mit bestem Wissen und Gewissen verkauft und lehnt nun jegliche Verantwortung ab. Er könne uns lediglich die Klagerechte gegen die Kroaten abtreten, die ja wohl Versicherungsbetrug begangen hätten. Fakt ist, unser Club mit ca. 280 Mitgliedern, von denen viele mit Darlehen im Kauf mit drin stecken, steht mit dem Rücken zur Wand, weil wir uns eine Reparatur von ca. 50.000 Euro nicht mehr leisten können ! Eine Klage gegen die Kroatische Firma mit Gerichtsstand Kroatien und kroatischem Anwalt erscheint aussichtslos. Der Voreigner lehnt jegliche Verantwortung ab. Was sollen wir tun? Ist der Eigner tatsächlich durch das angebliche Nichtwissen aus der Verantwortung? Welche Schritte bleiben uns ? Uns steht das Wasser ganz schön bis zum Hals. Weiß jemand Rat????
Danke für jeden gut gemeinten Ratschlag!
Mille
Hochschul-Segelclub Freiburg e.V.

